Putze
Putze allgemein
Beschreibung
Putz ist ein an Wänden und Decken ein- oder mehrlagig in bestimmter Dicke aufgetragener Belag aus Putzmörteln oder Beschichtungsstoffen, der seine endgültigen Eigenschaften erst durch Verfestigung am Baukörper erreicht (DIN 18550-1). Wesentliche Bestandteile sind von Putzmörteln sind Bindemittel (Zement, Kalk, Gips, Kunstharze) und Gesteinskörnung mit überwiegendem Kornanteil zwischen 0,25 und 4 mm (Oberputz > 4 mm). Zu unterscheiden ist in:
- Putze mit anorganischem Bindemittel (EN 998-1)
- Kalkputz
- Zementputz
- Putze mit organischem Bindemittel (EN 15824)
- Kunstharzputz
- Siliconharzputz
- Silikatputz
- Gips- und gipshaltige Putze bzw. Spachtelmassen (EN 13279-1)
- Lehmputz
- Leichtputz (Wärmedämmputz mit EPS)
Nachnutzung
Putze werden in der Regel nicht separat ausgebaut und auch bei selektivem Rückbau nicht separat gesammelt, sondern gemeinsam mit dem anderen Bauschutt erfasst. Der Putz erhöht den Feinanteil im Rezyklat und beschränkt die Einsatzmöglichkeiten. Bei der Nassaufbereitung können Staub und Feinsand ausgewaschen werden. Das erhöht die Qualität des Recyclingmaterials, aber auch die Restmenge.
Detaillierte Informationen zum Baustoff und zur Nachnutzung siehe: https://www.wecobis.de/bauproduktgruppen/moertel-estriche-pg/putzmoertel-pg.html (geplante Publikation der neuen Texte: Nov 26)
Kalkputze, Zementputze, Kalkzementputze
Beschreibung
Putze der Mörtelgruppe P I (Luftkalkmörtel, Wasserkalkmörtel, Mörtel mit hydraulischem Kalk) haben als Bindemittel Baukalk. Die heute eingesetzten Putzmörtel mit Luft- oder Wasserkalk als Bindemittel sind durch geringe Zement- und Kunstharzzusätze so modifiziert, sodass sie relativ schnell erhärten und mindestens wasserhemmende Eigenschaften aufweisen.
Zu den Zement- und Kalkzementputzen zählen Putze der Mörtelgruppe P II (Mörtel mit hochhydraulischem Kalk, mit Putz- und Mauerbinder, Kalkzementmörtel) und Putze der Mörtelgruppe P III (Zementmörtel mit Zusatz von Kalkhydrat, Zementmörtel).
Nachnutzung
siehe Putze allgemein
Gipsputze
Beschreibung
Gipsputze werden aus Gipsmörtel hergestellt und sind als Innenwandputz sowie Innendeckenputz geeignet. Baugips oder eine Kombination von Baugips und Baukalk dienen als Bindemittel. Der Bindemittelanteil beträgt 70 bis 80 M-% .
Nachnutzung
Gips ist durch die erhöhte Sulfatfracht ein kritischer Störstoff für die Aufbereitung von Bauschutt zu rezyklierten Gesteinskörnungen. Sulfate im der rezyklierten Gesteinskörnung können bei ungünstigen Bedingungen voluminöse mineralische Kristalle bilden. Das "Sulfattreiben" führt zur Lockerung und zur Zerstörung des Betongefüges. Mit Gips verunreinigte Gesteinskörnungen sind außerdem feuchteempfindlich, unterliegen damit Festigkeitsschwankungen und sind daher auch nur bedingt als Schüttmaterial verwertbar. Da sich fachgerecht aufgebrachter Gipsputz auch nur schwer wieder entfernen lässt, sollten Gipsputze z.B. nicht auf Betonoberflächen aufgebracht werden.
Bei getrennter Erfassung der Gipsabfälle besteht eine Verwertungsmöglichkeit bei Rekultivierungsmaßnahmen im Bergbau. Abfälle mit niedrigem Gipsanteil (z. B. gemischter Mauerwerksabbruch) können im Landschafts- und Wegebau verwertet werden.
Detaillierte Informationen zum Baustoff und zur Nachnutzung siehe: https://www.wecobis.de/bauproduktgruppen/moertel-estriche-pg/putzmoertel-pg/gipsputz-pg.html (geplante Publikation der neuen Texte: Nov 26)
Kunstharzputze
Beschreibung
Kunstharzputze sind Beschichtungen mit putzartigem Aussehen. Die Zuschläge / Füllstoffe weisen dabei einen überwiegendem Kornanteil > 0,25mm auf. Als organischen Bindemittel werden überwiegend wässrige Dispersionen (Polymerisatharze aus Acrylsäureestern, Metacrylsäureestern, Vinylacetat, Styrol, Butadien etc.), verwendet. Der Bindemittelanteil beträgt laut WECOBIS 4,5 – 8 M-%. Kunstharzputze erfordern eine vorherige Grundierung auf Dispersionsbasis ("Tiefengrund").
Nachnutzung
Kunstharzputze können durch die organischen oder bioziden Zusätze umweltrelevante Bestandteile enthalten. Sie sollten daher bei der Schadstofferkundung berücksichtigt und bei einem geplanten hochwertigen Recycling des mineralischen Untergrunds möglichst getrennt erfasst werden.
Detaillierte Informationen zum Baustoff und zur Nachnutzung siehe: https://www.wecobis.de/bauproduktgruppen/moertel-estriche-pg/putzmoertel-pg/kunstharzputz-pg.html (geplante Publikation der neuen Texte: Nov 26)
Lehmputz
Beschreibung
Lehmputze sind Putzmörtel mit Ton als Bindemittel zum Verputzen von Wänden und Decken im Innen- und witterungsgeschützten Außenbereich. Sie bestehen aus Baulehm, Sand und ggf. pflanzlichen Zuschlägen wie z.B. Strohfasern.
Nachnutzung
Alter Lehmputz lässt sich normalerweise problemlos abtragen. Eingebaute Bewehrungsgewebe lassen sich abziehen und erleichtern so den Rückbau des Putzes. Das Gewebe kann anschließend mechanisch vom Lehmputzmörtel getrennt werden. Die Lehmputze können nach dem Ausbau durch Feuchtezugabe wieder aufgeweicht (replastifiziert) und neu geformt werden. Verunreinigungen mit Beschichtungen, Zement, Gips oder anderen Bindemitteln verhindert bzw. erschwert den Lehmkreislauf.
Detaillierte Informationen zum Baustoff und zur Nachnutzung siehe: https://www.wecobis.de/bauproduktgruppen/moertel-estriche-pg/putzmoertel-pg/lehmputz-pg.html (geplante Publikation der neuen Texte: Nov 26)
Siliconharzputze
Beschreibung
Siliconharzputze sind pastöse Putze, welche als Bindemittel eine Kombination aus Siliconharzemulsion und Kunstharzdispersion enthalten. Von der Rezeptur her stellen Siliconharzputze vereinfacht betrachtet eine dickschichtige, grobstrukturierte Silikonharzfarbe dar. Im Vergleich zur Farbe enthalten sie gröbere Füllstoffe und einen höheren Füllstoffanteil im Vergleich zum Bindemittel (ca. 1:11). Ansonsten werden die üblichen Füll- und Hilfsstoffe sowie Pigmente verwendet. Es sind allerdings ausschließlich anorganische Pigmente geeignet.
Nachnutzung
Siliconharzputze können durch die organischen oder bioziden Zusätze umweltrelevante Bestandteile enthalten. Sie sollten daher bei der Schadstofferkundung berücksichtigt und bei einem geplanten hochwertigen Recycling des mineralischen Untergrunds möglichst getrennt erfasst werden.
Detaillierte Informationen zum Baustoff und zur Nachnutzung siehe: https://www.wecobis.de/bauproduktgruppen/moertel-estriche-pg/putzmoertel-pg/siliconharzputz-pg.html (geplante Publikation der neuen Texte: Nov 26)
Silikatputze
Beschreibung
Silikatputze sind auf Wasserglas-Basis formulierte Putze für die Außen- und Innenanwendung. Das Wasserglas verkieselt mit dem mineralischen Untergrund zu einer sehr beständigen Deckschicht. Siilkatputze werden heute hauptsächlich in Form von einkomponentigen, verarbeitungsfertigen Mörteln angeboten. Zu diesem Zweck wird der Mörtel durch den Zusatz eines geringen Anteils einer Kunstharzdispersion stabilisiert ("Dispersions-Silikatputze", Synonyme: 1K-Silikatputze, organisch vergütete Silikatputze, Organo-Silikatputze).
Dünnlagige Beschichtungen sind teilweise auch noch als "echte" Silikat-Beschichtungsstoffe erhältlich. Sie dürfen nach DIN 18363 keine organischen Bestandteile enthalten und werden als zweikomponentige Materialien geliefert (→ 2K-Silikatfarben).
Die wesentlichen Bestandteile von Dispersions-Silikatputzen sind: Kaliwasserglas, Kunstharzdispersion (v.a. Styrol-Acrylat-Copolymer), Pigmente (Titandioxid, alkalibeständige anorganische Buntpigmente je nach Farbton), Füllstoffe und Hilfsstoffe.
Nachnutzung
siehe Putze allgemein
Wärmedämmputze
Beschreibung
Wärmedämmputze sind mineralisch gebundene Putze mit mineralischen und/oder organischen Leichtzuschlägen. Sie sind durch eine niedrige Wärmeleitzahl gekennzeichnet. Als Zuschlag werden vorwiegend expandiertes Polystyrol oder mineralische Leichtzuschläge verwendet. Es können auch organische und mineralische Zuschläge kombiniert werden. Der überwiegende Marktanteil aller Wärmedämmputze wird von Wärmedämmputzen mit EPS gebildet. Der Anteil an EPS im Wärmedämmputz beträgt laut Beispielrezeptur in WECOBIS 4,8 M-%.
Nachnutzung
Beim Rückbau von Wärmedämmputzen mit EPS können EPS-Partikel freigesetzt werden, die unkontrolliert in die Umwelt gelangen und dort langfristig ökologische Schäden verursachen können. Besonders kritisch ist der Austrag bei unsachgemäßer Demontage oder fehlender Absaugung. Eine fachgerechte Rückbau- und Entsorgungsstrategie ist daher essenziell.
Eine stoffliche Verwertung des EPS ist wegen der anhaftenden mineralischen Bestandteile mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand nicht möglich. Die EPS-Partikel können umgekehrt in den mineralischen Abbruchstrom gelangen und dessen hochwertige Verwertung erschweren.
Detaillierte Informationen zum Baustoff und zur Nachnutzung siehe:
https://www.wecobis.de/bauproduktgruppen/moertel-estriche-pg/putzmoertel-pg/leichtputz-pg/waermedaemmputz-eps-pg.html (geplante Publikation der neuen Texte: Nov 26)